Region Oderland-Spree

Die Region Oderland-Spree liegt im mittleren Teil Ostbrandenburgs. Als Bestandteil der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg übernimmt sie eine Brückenfunktion zwischen der im Westen gelegenen Metropole und Bundeshauptstadt Berlin sowie der östlich angrenzenden Republik Polen. Das Gebiet der Region Oderland-Spree entspricht dem deutschen Teil der Euroregion Pro Europa Viadrina. Im Norden und Süden befinden sich in direkter Nachbarschaft die Regionalen Planungsgemeinschaften Uckermark-Barnim und Lausitz-Spreewald. Teile der Region Oderland-Spree werden von der Braunkohlen- und Sanierungsplanung im Lande Brandenburg erfasst. Die regionale Entwicklung ist nach wie vor von einem vielfältigen strukturellen Wandlungsprozess gekennzeichnet (Neustrukturierung der Erwerbsgrundlagen, demografischer Wandel, Stadtumbau).

Oder
 
In der Region leben gegenwärtig ca. 440.000 Personen in 24 amtsfreien Städten und Gemeinden sowie 13 Ämtern mit 59 Städten und Gemeinden.
Die Bevölkerungsprognose für das Land Brandenburg bis zum Jahre 2020 lässt eine Verringerung der Einwohnerzahl auf knapp 404 000 Personen erwarten, von denen ca. 47% (zzt. 43%) im Berlin nahen Raum der Region Oderland-Spree auf 16% von deren Gesamtfläche und ca. 57% (zzt. 60%) in ihrem äußerem Entwicklungsraum (84% der Gesamtfläche) leben werden. Diese Bevölkerungsentwicklung und insbesondere die damit einher gehenden gravierenden Veränderungen in der Altersstruktur stellen erhebliche Anforderungen an die Entwicklung der Infrastruktur (u. a. Schulstandorte, Einrichtungen der Seniorenbetreuung, Öffentliche Personennahverkehr) und des Arbeitsmarktes.
Wichtige Impulse für die erfolgreiche Bewältigung des Strukturwandels gehen von der im Jahre 2004 vollzogenen Erweiterung der Europäischen Union aus, weitere werden von dem Bau des Großflughafens Berlin-Brandenburg International erwartet. Durch die Nutzung und Weiterentwicklung regionaler Potenziale (Industrie, Logistik, Tourismus, Ernährungswirtschaft) kann sich die Region Oderland-Spree mit einem eigenständigen Profil in die Herausbildung eines neuen europäischen Wirtschaftsraumes an Oder und Neiße einbringen.
Die Region verfügt über eine sehr gute Einbindung in die großräumige europäische Verkehrsinfrastruktur. In Ost-West-Richtung durchquert die Transitverbindung Moskau - Warschau - Berlin - Paris zwischen Franfurt (Oder) und der Hauptstadt Berlin die Region (Eisenbahn, Bundesautobahn A 12, Spree-Oder-Wasserstraße). In Nord-Süd-Richtung tangieren die großräumigen Verbindungen Kopenhagen - Berlin - Prag - Wien - Budapest und Stockholm - Berlin - München - Turin - Mailand das westliche Regionsgebiet.
Auf diesen Trassen bewegen sich bedeutende, ständig wachsende innereuropäische Verkehrsströme, die Ansatzpunkte für die regionale Wertschöpfung bieten. Beleg dafür sind z. B. die sich an der Bundesautobahn A 12 entwickelnden Gewerbegebiete sowie die im Aufbau befindliche Güterverkehrszentren in Freienbrink (am östlichen Berliner Autobahnring) und in Frankfurt (Oder) (European Transport and Trade Center-ETTC). Im internationalen Ost-West-Verkehr erweist sich weiterhin von zunehmender Bedeutung die Verkehrsachse, die aus Richtung Polen kommend, den Oderübergang Kostrzyn (Küstrin)/Küstrin-Kietz mit der Hauptstadt Berlin verbindet (die "Ostbahn" und die Bundesstraße 1) und sich dann in westlicher Richtung fortsetzt.
Mit dem geplanten und bereits begonnenen Bau der Oder-Lausitz-Straße entsteht ein leistungsstarker Nord-Süd-Straßenzug, der die Infrastruktur Ostbrandenburgs deutlich stärkt, wichtige Zentren im Oder-Neiße- und Lausitzer Raum wie Schwedt (Oder), Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt, Guben, Cottbus, Senftenberg und Forst miteinander verbindet sowie die verkehrsräumliche Anbindung an Mecklenburg-Vorpommern/Skandinavien und die Verkehrsachsen Sachsens mit Weiterführung nach Tschechien fördert.
Vorrangige Träger der regionalen Entwicklung sind die hochstufigen Zentren und Arbeitsplatzschwerpunkte Frankfurt (Oder) (Oberzentrum 62.000 Einwohner), Eisenhüttenstadt (Mittelzentrum 33.100 Einwohner) Fürstenwalde/Spree (33.100 Einwohner) und Strausberg (26.300 Einwohner).
Frankfurt/Oder
Weiterhin profiliert sich der Berlin nahe verdichtete Raum entlang der S-Bahn nach Strausberg, der Bundesstraße 1 nach Rüdersdorf b. Berlin sowie am östlichen Berliner Autobahnring zunehmend als Wohn-, Produktions- und Dienstleistungsschwerpunkt. Hier haben sich 11 Städte und Gemeinden zum „Zukunftsraum östliches Berliner Umland“ zusammengeschlossen (www.zukunftsraum.eu) . Auf der Grundlage der „Neuenhagener Erklärung“ vom 19.04.2007 verfolgen sie das Ziel, durch gemeinsames Handeln ihre Wirtschafts- und Strukturentwicklung zu befördern. Die Sicherung der sozialen und wirtschaftlichen Bedürfnisse der Bevölkerung sowie den Schutz der natürlichen Ressourcen in diesem Raum fördert u. a. die Entwicklung der Regionalenparks Müggel-Spree und Barnimer Feldmark.
Für die Stärkung der ländlichen Räume besitzen auch Landstädte in einer Größenordnung von fünf- bis ca. zehntausend Einwohnern eine besondere Bedeutung (Beeskow als Mittelzentrum und Kreisstadt, die Kreisstadt Seelow sowie die Städte Bad Freienwalde, Wriezen, Müncheberg und Storkow).
Das Industriepotenzial der Region konzentriert sich heute vor allem an den Standorten Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder), Fürstenwalde, Rüdersdorf b. Berlin und Erkner. Vor allem in den Regionalen Wachstumskernen Frankfurt (Oder) /Eisenhüttenstadt und Fürstenwalde/Spree sowie im „Zukunftsraum östliches Berliner Umland“ vollzieht sich eine interessante Investitionstätigkeit, darunter in der Solarwirtschaft.
Eisenhüttenstadt (EKO)
Für die Förderung des Wiederaufbaus und die Modernisierung der Wirtschaft steht weiterhin das Wissenschaftspotenzial der Region sowie der benachbarten Räume zur Verfügung (Europauniversität Viadrina/Collegium Polonicum in Frankfurt (Oder)/Slubice, IHP Institut für innovative Mikroelektronik Frankfurt (Oder), Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. Müncheberg, IRS Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung Erkner- IRS; die Wissenschafts- und Forschungslandschaft von Berlin und Potsdam; die Brandenburgische Technische Universität Cottbus, die Fachhochschulen in Eberswalde, Senftenberg und Wildau; die Universität Pozan (Posen) in der Republik Polen).
Die Technologie- und Gründerzentren in Frankfurt (Oder), Fürstenwalde/Spree und Strausberg bilden weitere Kristallisationspunkte für den Wissens- und Technologietransfer sowie die Unterstützung von Unternehmensgründungen.
Die Kulturlandschaften der Region (Barnim, Oderbruch, Märkische Schweiz, Lebuser Land, Beeskower/Storkower Land, Schlaubetal/Ziltendorfer und Neuzeller Niederung) bieten gute Standortvoraussetzungen für die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, den Obst- und Gemüseanbau sowie in Verbindung mit den Flusslandschaften von Oder, Neiße und Spree zur Entwicklung von Tourismus und Erholungswesen (integrierte Entwicklung des Reisegebietes Seenland Oder-Spree mit den Kurorten Bad Freienwalde, Bad Saarow und Buckow sowie den Erholungsorten Neuzelle, Müllrose, Waldsieversdorf und Wendisch Rietz).